Grading bei NET
Staging und Grading für NET: Diagnostik
Nach der Diagnose von neuroendokrinen Tumoren lassen sich diese mit Hilfe verschiedener Klassifikationen gut differenzieren. Durch das Staging und Grading können Ärztinnen und Ärzte herausfinden, wie weit sich der NET ausgebreitet hat und wie aggressiv dieser ist. Das hilft maßgeblich bei der Einschätzung von neuroendokrinen Tumorerkrankungen sowie der jeweiligen individuellen Vorbereitung und Anpassung von Therapien.
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Staging und Grading für NET
Neuroendokrine Tumore lassen sich in unterschiedliche Stadien der Ausbreitung unterteilen. Grading und Staging ermöglichen eine genauere Klassifikation der Tumorzellen. Diese Unterscheidung der Tumore und deren Stadien ist für die Prognose und das therapeutische Vorgehen essenziell. Anhand des internationalen Klassifikationssystems (TNM) lassen sich das Ausmaß und die Ausbreitung der Tumorerkrankung im Körper einheitlich beschreiben.
Staging: Wie groß ist der Tumor?
Wenn ein neuroendokriner Tumor per Diagnostik festgestellt wurde, lässt sich durch das NET-Staging das Stadium der Erkrankung bestimmen. Hierbei wird die Tumorgröße und Ausbreitung des Tumors im Körper beurteilt, um dadurch eine Prognose stellen zu können. Diese hilft Ärztinnen und Ärzten, anhand von Erfahrungswerten aus Studiendaten abzuschätzen, wie sich der Tumor wahrscheinlich entwickeln wird. Das ist notwendig, damit Behandlungen an die individuellen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten angepasst werden können.
Das Stadium der Ausbreitung des neuroendokrinen Tumors wird anhand der Tumorgröße, der Anzahl befallener Lymphknoten (Lymphknotenbefall) und des Vorhandenseins von Metastasen bestimmt. NET-Staging lässt sich durch die sogenannte TNM mit Buchstaben und Zahlen klassifizieren und kann auf alle Arten von NET angewandt werden.
Die TNM-Klassifikation
Mit Ziffern und Buchstaben lassen sich Rückschlüsse auf die Größe und Ausdehnung des neuroendokrinen Tumors schließen – hierbei wird von T1 bis T4 differenziert. Die Anzahl und Lage der befallenen Lymphknoten wird mit N0 bis N3 beziffert und das Vorhandensein von Metastasen mit M0 oder M1.
T
Primär Tumor
N
Lymphknoten
M
Metastasen
T bezeichnete die Tumorgröße und Ausbreitung des Primärtumors. T1 steht dabei für einen kleinen Tumor und T4 für einen großen.
Das N gibt an, ob ein Lymphknotenbefall vorliegt. Dabei sagt N0 aus, dass es keinen Lymphknotenbefall gibt und N3, dass mehrere Lymphknoten befallen sind.
Der Buchstabe M bezeichnet das Vorhandensein von Fernmetastasen. M0 besagt, dass keine Metastasen vorhanden sind und M1, dass sich Metastasen gebildet haben.
Die Kriterien gelten international und ermöglichen somit einen weltweit einheitlichen Vergleich sowie eine einheitliche Bestimmung. Durch die TNM-Klassifikation können alle Personen, die an der Behandlung des NET beteiligt sind, auf einen Blick Informationen über das Stadium der Tumorerkrankung erhalten. Die Klassifikation und das Staging kann bei der Diagnose sowie während und nach der Behandlung vorgenommen werden – um etwa den Stand nach einer Operation neuroendokriner Tumore oder einer Chemotherapie bei neuroendokrinen Tumoren zu dokumentieren.
Grading bei NET: Wie schnell wächst der Tumor?
Das Grading beschreibt den Differenzierungsgrad der Tumorzellen im Vergleich zu gesunden Zellen. Er definiert, wie sehr sich die Zellen des Tumors bei einer NET Erkrankung von Zellen des Normalgewebes unterscheiden. Dabei geht der Differenzierungsgrad mit der Wachstumsgeschwindigkeit der Zellen einher, die auch als Proliferationsrate bezeichnet wird. Je besser differenziert die Tumorzellen sind, desto langsamer wächst der NET und desto niedriger wird er eingestuft. Schlecht differenzierte Krebszellen hingegen ähneln den gesunden Zellen kaum noch und besitzen dadurch eine höhere Zellteilungsrate, weshalb sie schneller wachsen.
Das Grading von NET kann in drei Stufen unterteilt werden, wobei in der dritten Stufe zwischen neuroendokrinen Tumoren und neuroendokrinen Karzinomen unterschieden wird.
NET-G1
NET-G2
NET-G3
NEC-G3
Bezeichnet gut differenzierte Tumore mit geringer Zellteilungsrate.
Steht für gut differenzierte Tumore mit hoher Zellteilungsrate.
Bezeichnet gut differenzierte Tumore mit einer sehr hohen Zellteilungsrate.
Steht für schlecht differenzierte Tumore mit einer sehr hohen Zellteilungsrate. Diese werden auch als neuroendokrine Karzinome (Karzinoid) (NEC-G3) bezeichnet.
Die Klassifikation des Gewebes wird mit den Buchstaben G und den Ziffern 1-3 bezeichnet. G1 steht dabei für gut differenzierbare Tumorzellen und NEC-G3 für kaum bis gar nicht differenzierbare Zellen. Die Differenzierung wird mithilfe einer feingeweblichen Analyse von Gewebeproben, meist durch eine Biopsie, bei der während einer Operation Gewebe entnommen wird, durchgeführt.
Somit lassen sich durch das Staging und Grading bei NET die Größe und Ausbreitung eines Tumors im Körper der Patienten und Patientinnen bestimmen.
Weitere Labordiagnostik bei NET
Bei einer neuroendokrinen Tumor Therapie sowie der Erkennung und Überwachung dieser, spielen Labortests eine wichtige Rolle. Die CT-Diagnostik eignet sich vor allem für neuroendokrine Tumore im Pankreas, denn durch die biphasische CT nach Kontrastmittelgabe lassen sich diese Tumoren besonders gut von gesundem Gewebe abgrenzen. Darüber hinaus gibt es weitere Diagnostik-Arten für neuroendokrine Tumore:
Tumormarker
Diese Laborwerte werden meist im Blut gemessen und geben Hinweise über die Art und das Verhalten der NET.
Chromogranin A
Ein erhöhter Chromogranin A-Wert im Blut kann Hinweis auf das Vorhandensein eines NET sein, auch wenn der Tumor noch klein ist und sich noch keine Symptome geäußert haben.
CT
Das CT ermöglicht eine präzise Ganzkörperdarstellung und vermittelt somit wichtige Informationen über NET.
Leben mit NET: Was nach der Diagnose wichtig ist
Die Mitteilung, an einem neuroendokrinen Tumor erkrankt zu sein, trifft Patientinnen und Patienten meist unerwartet. Verlässliche Informationen und eine strukturierte Orientierung helfen dabei, die neue Lebenssituation besser zu verstehen und mit Zuversicht zu bewältigen.
Staging und Grading von NET geben Gewissheit
Die Klassifikationen durch Staging und Grading ermöglichen es Ärztinnen und Ärzten individuelle Behandlungsmöglichkeiten und Therapien für Patientinnen und Patienten zu erstellen. Erhalten Sie weitere wichtige Informationen über neuroendokrine Tumore und deren Behandlungsmöglichkeiten.
Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung kann das allgemeine Wohlbefinden fördern und sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Bestimmte Nahrungsmittel beeinflussen unter Umständen die typischen Beschwerden bei NET und können helfen, Symptome zu lindern.
Therapie
Je nach Typ, Lokalisation und Ausbreitung des NET stehen verschiedene therapeutische Verfahren zur Verfügung. Die Auswahl erfolgt individuell und richtet sich nach den medizinischen Gegebenheiten sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen.
Nachsorge
Nach Abschluss der Therapie ist eine regelmäßige Nachsorge entscheidend. Durch die Überwachung spezifischer Tumormarker lassen sich Rückfälle oder erneutes Tumorwachstum frühzeitig erkennen und zeitnah behandeln.
Weitere Fragen zu Staging und Grading bei NET
Staging und Grading bei NET stellen Klassifikationssysteme für neuroendokrine Tumore dar. Diese unterscheiden sich im Ausbreitungsgrad des Tumors im Körper sowie der Bösartigkeit und Wachstumsgeschwindigkeit von Krebszellen.
Sie sind für die Behandlung und die Prognose von neuroendokrinen Tumoren äußerst hilfreich. Sie ermöglichen eine einheitliche, internationale Bezeichnung für Ärztinnen und Ärzte. Weiterhin lassen sie Prognosen sowie Rückfallrisiken besser abschätzen und ermöglichen eine individuelle Therapieplanung.
Das Staging beschreibt das Ausmaß der Tumorerkrankung im Körper. Es stellt fest, wie groß der Tumor ist, ob Lymphknoten befallen sind und ob Metastasen vorliegen. Durch die Klassifikation dieser Punkte können passende Behandlungen und Therapien ausgewählt werden.
Beim Grading wird der Differenzierungsgrad von Tumorzellen zu gesunden Zellen festgestellt – also wie stark sich diese unterscheiden. Das gibt Aufschluss darüber, wie aggressiv und schnell wachsend der NET ist. Durch die Einschätzung des biologischen Verhaltens des Tumors lässt sich das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung einschätzen und somit eine Therapie besser planen.
Die Stadien geben an, wie weit sich der Tumor im Körper ausgebreitet hat. Das TNM-System beim Staging beschreibt, wie sich die Ausbreitung und Größe des Primärtumors (T) verhalten, ob ein Lymphknotenbefall vorliegt (N) und ob sich Metastasen ausgebreitet haben (M). Diese Klassifikationen lassen sich in verschiedene Ziffern einteilen. Das gibt Ausschluss über das Stadium des neuroendokrinen Tumors. Hier werden in die Stadien I-III die lokale bis regional fortgeschrittene Tumore ohne Fernmetastasen beschrieben. Im Stadium IV liegen Fernmetastasen vor.
Diese unterscheiden sich vor allem in ihrem Zellbild, dem biologischen Verhalten sowie ihrer Prognose. Gut differenzierte NET ähneln stark gesunden neuroendokrinen Zellen, wachsen meist langsam und haben eine niedrige bis moderate Zellteilungsrate. Diese NET sind weniger aggressiv und haben meist eine bessere Prognose. Schlecht differenzierte NET unterscheiden sich hingegen deutlich von normalen Zellen und zeigen oft kaum noch Ähnlichkeit zum Ursprungsgewebe. Sie haben eine hohe Zellteilungsrate und wachsen aggressiv. Dadurch neigen sie zu einer schnelleren Metastasenbildung und die Prognose ist deutlich schlechter.
Ja, Tumorzellen können sich im Laufe der Zeit oder Therapie genetisch verändern und Enddifferenzierungen durchlaufen. Somit können sie aggressiver werden und weniger dem Ursprungsgewebe ähneln. Ein zunächst gut differenzierbarer NET kann im Verlauf zu einem undifferenzierten Tumor werden.
Staging und Grading bei NET sind für die Prognose und Therapieplanung äußerst wichtig, und die Ergebnisse sind grundsätzlich zuverlässig. Dennoch können einzelne Faktoren wie die Probenqualität, die Tumorheterogenität oder die Wahl der Untersuchungsmethode die Sicherheit der Einordnung beeinflussen. Aus diesem Grund sollten die Ergebnisse immer im Zusammenhang mit weiteren klinischen und bildgebenden Befunden beurteilt werden.
Grading und Staging – so werden neuroendokrine Tumoren eingestuft | Leben mit NET https://www.leben-mit-net.de/diagnose/grading-und-stagin
Klassifikation von Tumoren | Krebsgesellschaft https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/basis-informationen-krebs-allgemeine-informationen/klassifikation-von-tumoren-tnm-.html
Staging, Grading und TNM: So funktioniert die Tumor-Klassifikation | Barmer https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/koerper/krebs/tumor-klassifikation-1058262
Endokrine Tumoren | Journal Onkologie https://www.journalonko.de/endokrinologische-tumoren/gep-net-sind-komplexe-tumoren
NET-NEWs Letter Dezember 2014 | Zentralklinik Bad Berka https://www.zentralklinik.de/fileadmin/FILES/bad_berka/Dokumente/ZKB_Net_News_Dez2014.pdf